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Klitoris: Alles was du über das weibliche Lustzentrum wissen musst

Die Klitoris ist oft die große Unbekannte, dabei ist sie das ultimative Lustzentrum der Frau*. In diesem Artikel erfährst du, was die Klitoris ist, wo du sie findest und warum sie der Wissenschaft erst seit kurzem bekannt ist.

Die Klitoris: Das weibliche Lustzentrum 

Wen bei der Erwähnung der Wortes Klitoris nun ein wohliger Schauer durchströmt, dem/der kann ich nur gratulieren. Denn trotz der zugegebenermaßen etwas klinischen Bezeichnung handelt es sich dabei um das Lustzentrum der Frau*. Ja, liebe Männer* und Partner*innen von wunderbaren Frauen*: the search is over!

Wer hingegen nur verwirrt mit den Augen blinzelt und sich entweder fragt: “Die Kli-was?” oder “Hab ich auch so etwas?”, der/die kann sich entspannt zurücklehnen, denn hier kommen die wichtigsten Fakten.

Was ist die Klitoris und wo kann ich sie finden?

Was ist die Klitoris und wo kann ich sie finden? 

Die Klitoris ist Teil der weiblichen Geschlechtsorgane und es handelt sich dabei um einen Schwellkörper. Das bedeutet, dass die Klitoris anschwellen und dadurch auch steif werden kann. Ja, richtig gehört, lieber Penis, du bist nicht der einzige, der das kann. Tut mir leid. Ich werde aber hier nicht den Fehler begehen und die Klitoris im Vergleich zum Penis zu erklären, wie es leider viele Websites tun, weil das, wie wir sehen werden, Teil eines größeren Problems ist.

Dieses Anschwellen geschieht bei Erregung, die dadurch möglich ist, dass die Klitoris unwahrscheinlich empfindlich ist, weil in ihr wahnsinnig viele Nervenendigungen liegen. Sie dient also (vermutlich) ausschließlich der weiblichen Lust. Dies dürfte für all diejenigen überraschend kommen, die die weiblichen Geschlechtsorgane nur auf ihre reproduktiven Eigenschaften reduzieren (ich meine dich, Always. Und dabei dachte ich, du wärst auf unserer Seite: shame on you!).

Teil I der Klitoris: Die Klitoriseichel, der “Kitzler”

Der Teil der Klitoris, der euch vermutlich oder hoffentlich am vertrautesten ist und wo ca. 8000 Nervenenden liegen, ist die Klitoriseichel, der Kitzler, falls euch dieser Begriff lieber ist.

Diese wird umgeben von der Klitorisvorhaut - weil jede*r Superheld*in ein Cape braucht;). Die Vertrautheit kommt daher, dass dies der von außen sichtbare und tastbare Teil ist und damit ist er eben auch Teil der Vulva.

Und da es Vulva-Maps (Google: hiermit biete ich dir einmalig diese Wahnsinnsidee zum Verkauf an) noch nicht gibt, hier noch die Anfahrtsbeschreibung: die Klitoriseichel mit Vorhaut befindet sich zwischen den “äußeren Schamlippen” und über den “inneren Schamlippen”. Befindest du dich am Venushügel, bist du zu weit oben. Landest du bei der Vagina, bist du zu weit unten. Ganz schön viel los auf so kleinem Raum, ich weiß, aber “wer suchet, der findet” und so.

Übrigens ist die Bezeichnung der Schamlippen, oder Vulvalippen, auch oft irreführend in “groß” und “klein” statt “innen” und “außen” eingeteilt, obwohl die Größe je nach Frau* variieren kann und es kein “normal” oder “schön” geben sollte, aber dieser Aberglaube leider weit verbreitet ist. Selbes gilt für die Klitoris. Body positivity ist hier das Stichwort Leute!

Teil II der Klitoris: Der innenliegende Teil der Klitoris

Aber der Knaller kommt erst noch: denn das ist nur ein winziger Teil der Klitoris. What?! Richtig gehört, die Klitoris setzt sich nach innen noch bis zu neun Zentimeter fort.

Die Klitoriseichel ist sozusagen nur die “Spitze des Eisbergs” und teilt sich im Inneren in zwei Schenkel auf, in denen sich die Schwellkörper befinden, die in den äußeren Schamlippen liegen. Daneben sind zwei Vorhofschwellkörper, die Vagina und Harnröhre Hufeisenförmig umgeben. Die Klitoris kann beim Anschwellen bis zu 30 % an Größe zunehmen, dadurch wird die Vagina verengt und die Harnröhre blockiert. Die Klitoris sieht damit weitestgehend, wie ein gepolsterter Kleiderbügel oder romantischer, ein Schmetterling aus.

Wem nun peinlich ist, das er/sie/ das nicht wusste, für den/die kann ich Abhilfe schaffen, denn nun kommen wir zum kuriosen Teil: die Geschichte der Klitoris-Anatomie.

Eine kurze Geschichte der Anatomie der Klitoris 

Kennt ihr diese Situation: ihr sucht etwas und geht in einen anderen Raum, um es zu holen. Dort angekommen, habt ihr vergessen, was ihr eigentlich holen wolltet. Und irgendwann fällt es euch dann wieder ein. Story of my life, aber kurioserweise folgt die Geschichte der Entdeckung der Anatomie der Klitoris einem ähnlichen Schema von wissen, zu vergessen, zu wiederentdecken.

Der Beginn der Entdeckung der Klitoris

Bereits im 16. Jahrhundert begann man sich für die Anatomie der Klitoris zu interessieren. In dieser Zeit verbreitete sich das Sezieren von Leichen, wodurch solche Untersuchungen erst möglich waren. Es fing mit eher ungenauen Zeichnungen an, entwickelte sich zu recht umfangreichen Darstellungen des niederländische Arztes Reinier De Graaf im 17. Jahrhundert und kulminierte in den den präzisen Darstellungen des deutschen Anatomen Georg Ludwig Kobelt im 19. Jahrhundert. Diese waren so genau, dass sie wohl heute noch verwendet werden könnten. Er stellte auch fest, dass die Nervendichte in der Klitoris höher ist, als in der Vagina. 

Wenn also im 19. Jahrhundert schon alles geritzt war, wieso behaupten dann viele, dass die wahre Anatomie der Klitoris erst 1998 entdeckt wurde?

Die Klitoris wird vergessen

Weil dieses Wissen verloren ging. Im 19. Jahrhundert war Masturbation zunehmend verpönt und stand im Verdacht, Krankheiten auszulösen. Zudem stand die Fortpflanzung im Fokus, wozu es die weibliche Lust ja nun leider nicht zwingend braucht.

John Harvey Kellogg, ja derselbe Kellogg wie von den Cornflakes, machte Onanie für Krankheiten verantwortlich und empfahl eine Säurebehandlung bei zu viel Klitorisstimulation. Da vergeht einem der Hunger aufs Frühstück gehörig.

Das führte sogar dazu, dass die Klitoridektomie, also die Entfernung der Klitoris, zu einem beliebten “Heilmittel” bei verschiedensten Erkrankungen, wie Kopfschmerzen, Epilepsie oder Depressionen wurde. Hier hat sich Dr. Isaac Baker-Brown besonders negativ hervorgetan.

Die Krönung hat Sigmund Freud geliefert, als er 1905 die Idee propagierte, dass nur unreife, junge Mädchen klitorale Orgasmen haben und erwachsene, reife Frauen haben vaginale Orgasmen. Die Klitoris verschwand damit bis in die 1950er Jahre in der Versenkung. 

Die Wiederentdeckung der Klitoris

1953 ist der klitorale Orgasmus back! Nicht dank der Backstreet Boys, sondern dank Alfred Kinsey, dem amerikanischen Sexualforscher. Immerhin mal einer, der seine Arbeit richtig gemacht hat, puh!

Die feministische Bewegung entlarvt den vaginalen Orgasmus in den 1970ger Jahren dann endlich als Mythos, was die Wissenschaft leider nicht einmal mit einem Schulterzucken quittiert.

1998 macht Helen O´Connell eine MRI Aufnahme der Klitoris und zeigt damit endlich ihre wahre Größe. Ein Meilenstein, für den wir schnellstens mal ein paar Straßen nach ihr benennen sollten oder zumindest die ein oder andere Statue als Pilgerort hinstellen sollten. Denn sie machte diese Aufnahme nicht zufällig, sondern nachdem sie bei ihrer Arbeit als Urologin feststellen musste, dass die vorhandenen anatomischen Abbildungen in der Fachliteratur sich nicht mit dem deckten, was sie beim Sezieren vorfand.

Die Klitoris in der Gegenwart 

Bitte lasst euch das Jahr noch einmal auf der Zunge zergehen: 1998. 

Ich betone das deshalb auch noch einmal so, weil sich diese Geschichte natürlich auch noch auf unsere Gegenwart auswirkt. Denn dieses Schweigen rund um die Klitoris führt zu dem Phänomen der “symbolic cliterodectomy”, also der symbolischen Klitoridektomie. Benennt man etwas nicht und spricht nicht darüber, dann ist es auch schwer, davon etwas zu wissen. So als wäre es gar nicht da. Und so stellten die Forscher*innen in dem oben genannten Artikel bei Interviews fest, dass Frauen* eher zufällig oder mittels ihres Partners erst von ihrer Klitoris erfuhren, aber dieses Wissen dann auch oft nur in Abhängigkeit des Partners weiterentwickelten.

Ähnliche Erfahrungen werden von einer Sexualpädagogin geschildert, in diesem empfehlenswerten Artikel. Sie berichtet, dass viele Jugendliche die Klitoris nicht erkennen, wenn sie eine Abbildung gezeigt bekommen und nicht viel darüber wissen. Da die Klitoris dann oft noch als weibliches Pendant zum Penis geführt wird, macht dies umso überraschender.

Tatsächlich habe ich in meinem Leben, schon unzählige Zeichnungen und Kritzeleien von Penisen gesehen, aber ich warte immer noch drauf, dass mal jemand eine Klitoris an die Wand einer öffentlichen Toilette malt. Und das sagt doch schon viel über Status der weiblichen* Sexualtität im Verhältnis zur männlichen* aus.

Die weibliche* Sexualität darf oft nur in Abhängigkeit zur männlichen* existieren, ist aber eigentlich nicht unbedingt erwünscht oder zwingend notwendig. Aber wie sollen Mädchen* und Frauen* ihre eigene Sexualität entwickeln, wenn dieses Vakuum herrscht? Die Künstlerin Sophie Wallace spricht hier auch von “Cliteracy” (vom englischen Wort “illiteracy”) und versucht dem mit ihrer Kunst entgegenzuwirken.

Wer sich mehr mit der Geschichte der weiblichen Sexualität und der Klitoris beschäftigen möchte, dem empfehle ich wärmstens den genialen Comic “Der Ursprung der Welt” von Liv Strömquist, der nicht nur exzellent recherchiert ist, sondern einem vor Lachen auch noch die Tränen in die Augen treibt, wenn man sich nur nicht gleichzeitig so ärgern müsste. Zudem ist das Thema auch noch nicht abgeschlossen, es gibt noch viel über die Klitoris zu erfahren und leider nur wenig Forschung dazu.

Wie hilft mir die Klitoris beim Orgasmus?

Die Stimulation der Klitoris ist ausschlaggebend für den weiblichen Orgasmus. Das gilt sowohl für die Selbstbefriedigung, als auch beim Sex mit eine*r Partner*in. Leider wurde die Diskussion um vaginalen vs. klitoralem Orgasmus durch die vermeintliche Entdeckung des G-Punktes erneut entfacht. Beim G-Punkt soll es sich um einen Punkt an der Scheideninnenwand handeln, der zum Orgasmus führt.

Wer aber bei der Anatomie der Klitoris aufgepasst hat, der merkt, dass auch hier die Klitoris ihre “Finger” oder besser ihre “Schenkel” im Spiel hat, da eine Verbindung besteht. Damit bleibt der vaginale Orgasmus ein Mythos und die Klitoris weiterhin die unangefochtene Nummer eins für das Vergnügen einer Frau*. Yeay! 

Wer jetzt selber Hand oder besser Finger anlegen will, dem empfehle ich dieses kurze Video, wo alles noch einmal wunderbar dargestellt und besprochen wird. Entsprechende Toys für die klitorale Stimulation findet ihr hier.

Zum Schluss, meine lieben Co-Klitoristas und Freunde der weiblichen* Sexualität, rufe ich euch dazu auf: entdeckt eure eigene Klitoris oder die eurer Partner*in und habt Spaß dabei! Redet darüber: mit euren Freund*innen, euren Kindern: Töchtern UND Söhnen, ihren Lehrer*innen, euren Müttern, euren Arbeitskolleg*innen, kurz wann immer sich die Gelegenheit bietet. Seht oder lest ihr falsche Darstellungen, sprecht es an! Biologiebücher und Sexualkundetexte sind noch immer unvollständig oder falsch. Haltet einen Edding bereit und malt neben jeden Penis mindestens eine Klitoris! Die Cliteracy soll ein Ende haben, denn jede Frau* hat ein Recht darauf über ihren eigenen Körper und ihre eigene Lust Bescheid zu wissen.

 

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