BDSM & Bondage: Das musst du wissen

BDSM & Bondage: Das musst du wissen

Spätestens seit Fifty Shades of Grey sind Bondage und BDSM in aller Munde. Wer jetzt aber denkt, dass diese erotische Spielart mit ein paar Peitschenhieben erklärt ist, der hat sich getäuscht. BDSM ist definitiv mehr als ein Spielzimmer mit Toys an den Wänden. Hier findet ihr alle Infos über das Machtspiel im Schlafzimmer.

Was sind Bondage und BDSM?

Um zu wissen, was sich hinter den Begriffen verbirgt, sollte zunächst klar sein, wofür das Akronym BDSM steht. Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Bezeichnungen „Bondage & Discipline (Fesselung und Disziplinierung), Dominance & Submission (Beherrschung und Unterwerfung) und Sadism & Masochism (Sadismus und Masochismus)“ zusammen. Es umfasst also eine Gruppe vielgestaltiger sexueller Vorlieben und Identitäten. Bondage ist eine davon.

Da es bei dieser Art bzw. diesen Arten von Liebesspiel manchmal schon etwas heißer und gefährlicher hergehen kann, sind folgende Begriffe unerlässlich, falls ihr euch selbst mit BDSM ausprobieren wollt: safe, sane and consensual, das heißt sicher, bei klarem Verstand und einvernehmlich. Diese drei Grundpfeiler braucht es, damit beide Partner das Machtspiel wirklich als angenehm und lustgewinnend empfinden können. Wir möchten euch an dieser Stelle wirklich darum bitten, immer darauf zu achten, damit niemand eine schlechte oder gar traumatisierende Erfahrung machen muss.

 

Wie viele Menschen mögen Bondage und BDSM?

Da ihr nun wisst, was BDSM ist bzw. was es heißt, ist es vielleicht immer noch etwas schwer sich vorzustellen, wer diese Art des Liebesspiels betreibt. Bevor wir also dazu kommen, euch einen näheren Einblick in die Dynamiken zu geben, gibt es hier noch ein paar Zahlen für euch, die vielleicht interessant sein könnten.

Die Schätzungen über den Anteil von BDSM-Vorlieben in der Bevölkerung reichen von etwa 5 bis 25 Prozent. Laut einer weltweiten Befragung aus dem Jahr 2005 (“Durex Global Sex Survey 2005”), verwendeten rund 20 Prozent der Befragten bereits einmal Masken, Augenbinden oder sonstige Bondage-Utensilien. Nur 5 Prozent (in Deutschland 4 Prozent) bekannten sich ausdrücklich zu sadomasochistischen Spielarten

Die Lust an Machtspielen, also BDSM, wird im Prinzip von sämtlichen gesellschaftlichen Schichten praktiziert, scheint aber besserverdienende Personen besonders anzutörnen. Die meisten Mitglieder sadomasochistischer Clubs gehören der oberen Mittelschicht an, verfügen über eine gute Schulbildung, sind kultiviert, sozial gut integriert, beruflich erfolgreich, zuverlässig und emotional und seelisch stabil. 

Allgemein scheint die devote Rolle (also der passive Part) beliebter zu sein als die dominante (aktiver Part). Verschiedenen Befragungen zufolge gibt es etwa viermal so viele BDSM-Fans, die den unterwürfigen Part bevorzugen. Meistens sind es Frauen. Vermutlich ist es der Tatsache geschuldet, dass Frauen in der Regel unter einem enormen gesellschaftlichen Druck stehen und viel Verantwortung tragen müssen (vor allem, wenn sie beispielsweise Alleinerziehend sind). Etwas von dieser Verantwortung an jemand anderen abgeben zu können und sich selbst in die Position zu bringen, dass man die Umsorgte statt die Umsorgende ist, kann also dazu führen, dass Stress und Druck reduziert werden. Aber auch männliche Subs können ähnliche Gründe haben, da Männer auch bestimmten Normen unterliegen (Stichwort: toxic masculinity), um die sie sich in ihrer Rolle als Sub keine Sorgen machen müssen.

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Welche Rollen gibt es bei Bondage und BDSM?

Kommen wir jetzt zu dem vielleicht interessanteren Teil, der auch bei Fifty Shades of Grey eine Rolle spielte, nämlich welche Rollen gibt es beim BDSM. Beim BDSM begeben sich die Beteiligten freiwillig und zum Lustgewinn aus ihrer Gleichberechtigung in ein Machtgefälle. 

Der devote (unterwürfige) Partner, auch Sub oder Bottom genannt, gibt einen bestimmten Teil seiner Selbstbestimmung auf und übergibt sie dem dominanten (bestimmenden) Partner, Dom oder Top genannt. Der/Die Sub wird in einem zuvor festgelegten Rahmen gefesselt oder gedemütigt, oder aber auch verwöhnt und liebkost. Wie mit dem/der Sub umgegangen wird, sollte vorher immer besprochen werden (Dos and Don’ts) und ist außerdem stark von den jeweiligen Kinks oder Vorlieben der Beteiligten abhängig. Der Reiz für den/die Sub liegt (unter anderem) in der Hilflosigkeit, dem Ausgeliefertsein und dem Erzogen-werden. Der/Die Dom findet den Reiz und die Erregung in der Kontrolle und seiner/ihrer Macht über den/die Sub.

Die meisten BDSMler finden sich in einer der beiden Rollen wieder. Es gibt aber auch einige, die zwischen aktivem und passivem Part wechseln: sogenannte Switch oder Switcher

Menschen, die keine BDSM-Neigungen haben, werden in der Szene als Vanillas bezeichnet. Vanille ist die beliebteste und weltweit verbreitetste Eissorte und gilt als „gewöhnlich“. “Gewöhnlicher” Sex ist demnach Vanillasex. (Disclaimer: Vanillasex ist deswegen natürlich in keiner Weise schlechter oder langweiliger.)

Wie funktioniert eine BDSM Session?

Grenzen und Einverständnis

Haben sich Dom und Sub gefunden und über ihre Grenzen und Vorlieben gesprochen, steht einer Session nichts mehr im Wege. Vorher wollen wir hier noch festhalten, dass ihr eure Limits nicht unbedingt vertraglich festhalten müsst. 😉 Wenn es euch aber hilft, könnt ihr eine Liste erstellen. Wichtig: Beide müssen mit allem was darauf steht einverstanden sein. Das heißt der/die Dom muss die Grenzen und Limits des/der Sub*s akzeptieren, der/die Sub aber auch die des/der Dom*s.

Zeitspanne

BDSM-Praktiken finden meistens im Rahmen einer festen Zeitspanne statt, welche man als Spiel oder Session bezeichnet. Innerhalb einer Session kann Geschlechtsverkehr in jedweder Form vorkommen – muss aber nicht (bei einer Form des Ageplays Little und Daddy beispielsweise kann der Geschlechtsverkehr auch ausbleiben).

Wichtig: BDSM ist nicht immer alles auf einmal, es ist vielfältig. So bedeutet Dominanz nicht gleich Sadismus und auch der Lustschmerz ist nicht jedermanns Sache und kommt in vielen Sessions gar nicht vor. Und wusstet Ihr, dass Bondage nicht unbedingt nur zur Fixierung des/der Sub*s gedacht ist, sondern auch aus rein ästhetischen Gründen praktiziert wird? Beim Shibari ist dies nämlich der Fall. Auf Social Media könnt ihr dazu auch Accounts finden, die sich nur mit dieser ästhetischen Fesslungskunst beschäftigen und glaubt uns, einen Blick ist es allemal wert.

Tipps für den Einstieg in Bondage und BDSM

Wenn ihr bis hierher gelesen habt, gehen wir davon aus, dass ihr immer noch nicht genug habt und jetzt gern wissen möchtet, wie gehe ich das Projekt BDSM an? Als BDSM-Neulinge solltet ihr langsam anfangen und euch stetig steigern. Ihr braucht nicht gleich ein ganzes Spielzimmer einrichten, um in den Genuss von erregenden Spielen mit Machtgefälle zu kommen. 

Auch wenn „learning by doing“ bei vielen sexuellen Praktiken wohl das Beste ist, solltet ihr euch im Hinblick auf BDSM-Abenteuer etwas informieren. Vor allem die Themen Sicherheit und Vertrauen spielen eine ganz entscheidende Rolle, denn egal, ob ihr Macht abgebt oder sie erhaltet, ihr habt Verantwortung. Erstens gegenüber eurem oder eurer Dom ehrlich zu sagen, wenn es euch zu viel ist und zweitens gegenüber eurer/eurem Sub, sie oder ihn entsprechend zu behandeln und Grenzen zu akzeptieren. Wir kommen dahingehend nicht umhin immer wieder auf die enorme Wichtigkeit von gegenseitigem Vertrauen hinzuweisen.

Im Folgenden geben wir euch nun noch ein paar essentielle Tipps und Themen an die Hand, die ihr beachten bzw. über die ihr sprechen solltet, bevor ihr Bondage und BDSM in eurer Schlafzimmer bringt. Solltet ihr dann immer noch Fragen haben oder neugierig sein, mehr zu erfahren findet ihr ganz unten in diesem Beitrag noch ein kleines Lexikon mit ein paar Begriffen, die eventuell sogar eure Fantasie anregen und euer Verständnis erweitern können.  

 

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Dos and Don'ts formulieren

Bevor es an die praktische Umsetzung geht, solltet ihr unbedingt darüber sprechen, was für euch in Ordnung und was ein No-Go ist. Zu wissen was euch antörnt und was euch verunsichert oder vielleicht sogar Angst macht, ist ein wichtiger Schritt, bevor ihr in die praktische Umsetzung geht.

Setzt euch am besten mit eurem Partner oder eurer Partnerin zusammen und sprecht ganz offen und ehrlich über eure Vorlieben. Falls es euch schwerfallen sollte, diese in Worte zu fassen, haben wir eine kleine Hilfsstellung für euch, mit der ihr ganz einfach herausfinden könnt, auf was ihr steht. Auch andere Tests oder Fragebögen aus dem Internet, können euch dabei eine gute Hilfe sein. Sprecht außerdem über sogenannte Hard- und Soft-Limits. Was bedeutet das? Hard-Limits sind Grenzen, die für den/die eine*n Partner*in nicht überschritten werden dürfen. Egal ob ihr als Dom oder Sub ein Hard-Limit formuliert oder setzt, eurer Gegenüber sollte es respektvoll akzeptieren, denn nur so kann Vertrauen geschaffen werden. Sollten diese Limits doch einmal überschritten werden, kann mithilfe eines Safewords oder eines Zeichens signalisiert werden, dass der/die Andere aufhören soll mit was auch immer er oder sie gerade tut.

Soft-Limits sind quasi wie eine gelbe Ampel. Es sind Grenzen, die mit Übung oder Fortschreiten der Beziehung verschoben werden können. Es kann zum Beispiel sein, dass ihr euch am Anfang mit der Vorstellung gefesselt zu werden nicht wohlfühlt, weil es euch gleich zu Beginn eine zu große Abgabe an Kontrolle ist. Vielleicht seid ihr aber dennoch interessiert und mit der Vertiefung eurer Vertrauensbasis könntet ihr euch vorstellen, eurem Partner oder eurer Partnerin einmal so viel freie Hand zu lassen, dass er oder sie euch fesseln darf.

Wie gesagt sprecht offen darüber und habt keine Scheu, sollte eurer Gegenüber nicht mit Verständnis reagieren, ist dies eventuell ein Merkmal dafür, dass ihr euer Vertrauen lieber in eine andere Person investieren solltet. Ihr müsst euch immerhin auch darauf verlassen, dass mit dem Safeword ein sofortiger Abbruch der Session erfolgt. Und wo wir gerade schon dabei sind …

 

Consent is Key 

First things first – Nichts geht ohne Konsens, also Einvernehmlichkeit. Dabei reicht es nicht einfach davon auszugehen, dass es dem/der Anderen bestimmt gefällt, was ihr tut. Sich einfach darauf zu verlassen, dass man die andere Person richtig einschätzt oder diese sagen wird, wenn etwas nicht stimmt, ist leichtsinnig und unsensibel. Vielmehr gehört zum kinky sein dazu, sich aktiv Konsens einzuholen. Das klingt erst einmal nach Stimmungskiller, kann aber mit den richtigen Worten sehr sexy sein. Hier mal ein paar Beispiele: „Würde es dir Spaß machen, wenn du das mit mir machst?“ oder „Hast du dir schon einmal vorgestellt gefesselt und mir vollkommen ausgeliefert zu sein?“. Wichtig: Konsens sollte immer enthusiastisch, ohne Druck und immer mit der Möglichkeit zum Widerruf stattfinden.

 

Bitte nicht mit der Tür ins Haus

Ihr wisst genau, was ihr sucht und worauf ihr steht? Das ist toll! Aber überrumpelt niemanden mit euren Vorlieben. Egal ob euer Gegenüber genauso kinky ist wie ihr selbst, oder nicht. Ob online oder real, es macht keinen guten Eindruck jemanden sofort mit „Herrin“ oder „mein Sklave“ anzusprechen. Es gilt sogar als übergriffig all seine Fantasien und Bedürfnisse sofort auszuformulieren, ohne dass Konsens über eine solche Unterhaltung besteht (und ja, auch für das Sprechen über sexuelle Vorlieben bedarf es dem gegenseitigen Einvernehmen). Genauso ist es mit dem Verschicken von Bildern, Videos, Links zu Artikeln, Shops oder dergleichen. Nähert euch dem Thema lieber langsam an und vergewissert euch, dass der oder die Andere auch Lust hat tiefer einzusteigen. Gemeinsam über Themen wie Sex oder Kinks zu sprechen ist viel erotischer, als wie ein SWAT-Team die Tür einzutreten.

 

Leben und leben lassen

Wenn ihr in die Welt von Bondage, BDSM, Fetisch und Kink eintaucht, werdet ihr sicher auf so manche Praktiken stoßen, die auf euch im ersten Moment etwas bizarr wirken könnten. Doch auch wenn es Vorlieben gibt, die ihr absolut nicht nachvollziehen könnt oder die euch vielleicht sogar abstoßen, ist es nicht eure Aufgabe hier ein Urteil zu fällen. Was euch gefällt ist vielleicht für jemand anderen unaussprechlich. Natürlich dürft und sollt ihr für euch entscheiden, wo eure Grenzen liegen. Denkt aber immer daran, dass Sexualität etwas ganz Individuelles ist. Verhalte euch allen Kinkstern und Fetischisten gegenüber tolerant und niemals abwertend. Womit wir bei unserem nächsten Punkt sind…

 

Ihr seid Vanilla? No Kinkshaming!

Vielleicht ist Kink und BDSM gar nichts für euch. Vielleicht lest ihr diesen Beitrag und seid froh mit den ganzen Fetischen und verrückten Vorlieben nichts zu tun zu haben. Da müssen wir euch enttäuschen, das habt ihr bereits! Denn auch als nicht-kinky Person könnt ihr eines aus unserem kinky Verhaltenskodex mitnehmen: Verurteilt niemals eine andere Person wegen seiner/ihrer Sexualität bzw. wie sie ihre sexuellen Fantasien auslebt. Auch wenn ihr eine Neigung nicht verstehen könnt, macht keine Witze darüber oder schließt eine Person gar deswegen aus.

Kinkshaming ist ein Begriff für abwertendes Verhalten gegenüber Menschen mit unüblichen sexuellen Vorlieben. Denkt daran, wann immer ihr auf eine kinky Person trefft. Das gilt übrigens auch innerhalb der BDSM Community. Könnt ihr mit einem Fetisch oder einem Kink nichts anfangen, beschäftigt euch nicht weiter damit, aber verurteilt niemanden, weil er oder sie gern eine Leine trägt.

Und an alle Kinkster: Ihr dürft Kinkshaming auch mal rückwärts denken! Eine Person mit gewöhnlicheren Neigungen als ihr, ist deswegen noch lange nicht „langweilig“ oder „verklemmt“!

Und außerdem…

 

Dont judge a book by its cover

Viele Kinks drehen sich um ein Machtgefälle oder es gibt zumindest einen aktiven und einen passiven Part. Dabei kann es passieren, dass wir Begriffe wie „dominant“, „submissiv“ oder „devot“ jeweils mit einer bestimmten Optik assoziieren. So kommt es, dass wir gerne auch Personen ihrem Aussehen entsprechend kategorisieren. Jedoch sollten wir, auch wenn es um sexuelle Vorlieben geht, niemanden nach seinem/ihrem Äußeren beurteilen. Einfach davon auszugehen, eine Person entspricht einer bestimmten Rolle, weil es gerade gut in eure Fantasie passen würde, macht keinen guten Eindruck. Seid unvoreingenommen und befreit euch von Klischees. Hinter manchen Kinkstern steckt nicht nur eine einzige Rolle.

 

Verliert niemals den Respekt

Hier ist noch ein sehr essenzieller Part, der an den vorangegangenen Absatz anschließt. Egal mit wem ihr spielt und in welche Rollen ihr schlüpft, vergesst niemals, dass ihr einen Menschen vor euch habt. Auch ein*e Sub hat als Mensch eine unantastbare Würde, auch hinter einem bellenden Hund, steckt ein Mann mit Gefühlen. Machtspiele rund um Erniedrigung und Unterwerfung sind reizvoll. Aber nach und vor dem Spiel wird jeder Mensch auf Augenhöhe und mit Anstand behandelt, egal welchen Kink er/sie hat. 

 

Aftercare – Ein Must Have!

Kinky Praktiken fordern uns, sowohl körperlich als auch geistig. Gebt euch und eurem Counterpart nach dem Spielen Zeit, euch zu entspannen und auf Augenhöhe zurückzukehren. Versorgt euch gegenseitig, falls es etwas gröber zugegangen ist. Auch Personen, mit denen ihr nicht in einer romantischen Beziehung steht, haben ein Recht auf Aftercare! Miteinander kinky zu sein, muss bedeuten, auch bereit zur Aftercare zu sein. Dabei muss es nicht um Kuscheln gehen, wenn ihr das nicht wollt. Auch Nachsorge in Form eines Gesprächs, etwas zu Essen oder einem gemeinsamen Mittagsschlaf ist okay. Fragt euren Gegenüber unbedingt vorher, was er oder sie nach dem Spielen braucht und seid bereit ihm oder ihr genau das zu geben. Denkt immer daran: alles ist ein Geben und ein Nehmen.

 

Don‘t drink and kink

Da wir fast am Ende unserer Einstiegstipps sind, ist hier noch einmal ein besonders Wichtiger. Es ist eine ganz simple Kink-Grundregel. Wenn du Alkohol getrunken (oder andere berauschende Substanzen konsumiert) hast, ist Kink tabu. Alkohol macht uns vermeintlich enthemmter und viele kommen mit einem Schwips besonders leicht in Stimmung. Aber genau darin liegt auch die Gefahr, denn wir neigen im Rausch auch dazu risikofreudiger zu sein. Wer unter Alkoholeinfluss steht, kann außerdem keinen einhundertprozentigen Konsens geben! Selbst wenn ihr im Umgang miteinander schon eingespielt seid, könnte Alkohol dazu führen, dass ihr Situationen falsch einschätzt und weniger schnell und sicher reagiert. Denkt bitte immer, immer an die Begriffe safe, sane and consensual und haltet euch an die Regel: Don‘t drink and kink.

 

Zu guter Letzt: Informiert euch und seid nicht so hart zu euch selbst

Natürlich sind das alles nur die Basics. Würden wir jeden Kink plus dessen Umgangsweisen und Regeln hier erläutern wollen, könnten wir vermutlich ein ganzes Buch füllen. Je nachdem welche Praktiken eure Bevorzugten sind, solltet ihr euch genau informieren, was es zu beachten gibt. Zum kinky Play gehören auch Sicherheitsvorkehrungen, Verantwortung für sich selbst und eure*n Partner*in zu übernehmen und eure Grenzen zu wahren.

Das alles klingt eher nach einem kinky Mienenfeld, als nach Lust und Erotik? Keine Sorge, vieles davon macht ihr sicherlich schon automatisch auf eure eigene Weise richtig. Außerdem ist es okay auch mal unsicher zu sein, Fehler zu machen oder in ein Fettnäpfchen zu treten. Niemand ist perfekt und es gibt auch noch das kleine Wort „Entschuldigung“.

 

Bevor wir euch jetzt in unser Lexikon oder eure Recherche entlassen haben wir von OH MY! FANTASY noch eine Überraschung für euch.

Fesselspiele klingen interessant? Ihr möchtet eurem Partner oder eurer Partnerin einmal völlig ausgeliefert sein oder einfach mal eure eiserne Kontrolle abgeben?

Dies könnt ihr alles erforschen und umsetzen mit der OH MY! FANTASY Bondage Light Box. Mit dieser könnt ihr euch langsam an die Welt des konsens-getriebenen Bondage herantasten. Damit ihr euch so richtig entspannen könnt und euch um nichts zu sorgen braucht, haben wir für euch ein genaues Szenario entwickelt, mit dem ihr eure vielleicht erste kinky Erfahrung komplett genießen könnt. Habt ihr Lust auf ein Abenteuer, dann folgt einfach dem Link.

Wenn das Thema Lustschmerz allerdings eure Aufmerksamkeit erweckt hat, könnte auch unsere Spanking Date Box genau das Richtige für euch sein. Egal ob ihr Anfänger oder bereits erfahrene*r Spanker*in seid, wir garantieren euch, es ist für jeden etwas dabei.

Gebt euch selbst einen Ruck (oder eurem Partner oder eurer Partnerin einen Klaps auf den Po) und erforscht eure sexuellen Vorlieben.

 

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BDSM: Abkürzungen und Begriffe 

Hier findet ihr einige wichtige Begriffe und Anregungen rund um das Thema BDSM. Viel Spaß beim Lesen und Recherchieren 😉

A

  • Absprachen = unerlässliche Kommunikation vor jeder Session, bei der Vorlieben, Tabus und → Safewords geklärt werden
  • Absturz = eine → Session, die fehlgelaufen ist; zumeist hat es emotionale Gründe. Abstürze betreffen meist die Bottoms können aber auch Tops betreffen, wenn sie überfordert sind.
  • Ageplay = eine Form des Rollenspiels, bei dem sich die Beteiligten nicht ihres alters entsprechend verhalten. Stattdessen können sie sich wie Kinder, Teenager oder sogar Baby benehmen
  • Ampelsystem = eine Form der → Slowwords; ein Code zum Verlangsamen oder Verharren von BDSM-Handlungen (Grün = ok, Gelb = nicht stärker oder weiter, Rot = Stopp)
  • Analverkehr = Geschlechtsverkehr, bei dem der Penis in den Anus eingeführt wird
  • Anilingus = (auch: Rimming); eine orale Sexualpraktik, bei der der Anus, inklusive Dammregion, mit Lippen und Zunge stimuliert wird

B

  • BDSM = Abkürzung für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadismus & Masochismus
  • Bondage = engl. für Unfreiheit oder Knechtschaft; das Fesseln zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und/oder ästhetischen Zwecken
  • Bottom = (auch: → Sub); engl. für unten; der passive Part beim BDSM
  • Brat = (dt. Göre) ein Begriff, der normalerweise für Subs benutzt wird, die ihre*n Dom mit Absicht provozieren, indem sie beispielsweise frech sind, sich nicht an Regeln halten usw.
  • Brat-Tamer = Das dominante Gegenstück zur Brat. Seine/ihre Aufgabe ist es die/den Brat in ihre/seine Schranken zu weisen
  • Bunny = der gefesselte Sub beim → Bondage

C

  • CNC = Consensual Non Consent à Metakonsens. Darunter versteht man Rollenspiele in denen so getan wird, als hätte der/die Partnerin keinen Konsens für die sexuellen Handlungen gegeben (z.B. Vergewaltigungsfantasien, Gewaltfantasien)
  • Cock and Ball Torture (CBT) = engl. für Penis- und Hodenfolter; die sexuelle, lustvoll-schmerzliche Stimulation von Penis und Hodensack
  • Coming-out = das Erkennen und sich Bekennen zu seinen Neigungen; es wird zwischen persönlichem/inneren (sich selbst gegenüber) und sozialem/äußerem (der Gesellschaft, Freunden und der Familie gegenüber) Coming-out unterschieden
  • Consensual = engl. für einvernehmlich
  • Cross-Dressing = das Tragen der spezifischen Kleidung des anderen Geschlechts
  • Cuckold = ein Mann, der in einer festen Partnerschaft durch den intimen Kontakt seiner Partnerin mit anderen Männern sexuelle Befriedigung erlangt; er kann dominant, voyeuristisch, masochistisch und/oder devot sein

D

  • Daddy-Kink = Der Daddy-kink hat in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen. Der Begriff kommt ursprünglich aus der DDLG Dynamik. Heute wird das „Rollenspiel“ von fürsorglichem älterem Mann und junges naives Mädchen auch in bei den Vanillas abgeschwächt durchgeführt
  • DDLG/DDlg = Daddy-Dom und Little Girl sind Rollen innerhalb einer Form des Ageplays. Little bzw. Little girl steht hier für eine Person, die sich gern kindlich verhält. Der Daddy-Dom verhält sich gegenüber der Little fürsorglich aber auch erzieherisch.
  • Deepthroating = Eine Variante des Oralverkehrs bei der der Penis/Dildo gänzlich in den Rachen aufgenommen wird
  • Dom = dominanter (bestimmender) Partner, der den Reiz und die Erregung in der Kontrolle, der Macht über den → Sub findet
  • Devot = unterwürfig → Sub

E

  • Erotic Power Exchange (EPE) = engl für. erotischer Machtaustausch; eine BDSM-Beziehung, die den sexuellen Aspekt betont, da die Kontrollverschiebung vom passiven zum aktiven Partner nicht den Alltag betrifft; dort sind sie gleichberechtigt; das Gegenteil ist → Total Power Exchange

F

  • Femdom = (female Domination); weibliche Dominanz beim → BDSM
  • Fetischismus = sexuelle Fixierungen auf Objekte, Materialien oder auch Körperteile, wie etwa Brüste, Füße oder Bauchnabel
  • Flogger = spezielle Peitsche (Riemenpeitsche) mit kurzem Griff und weichen Schnüren aus Materialien wie Wildleder, Latex- oder Kunststoff
  • Footjob = das Stimulieren des männlichen Gliedes mit den Füßen
  • Frogtie = Position beim Bondage, bei der die Beine mit den Fußgelenken an den Oberschenkel gefesselt werden (Froschposition); die Handgelenke wiederum werden außen an den Beinfesselungen der jeweiligen Seite oder hinter dem Rücken fixiert

G

  • Gerte = Schlaginstrument zur → Züchtigung; ein dünner, biegsamer Stock
  • Geschichte der O = 1954 erschienener sadomasochistischer Roman von Pauline Réage mit detaillierter Darstellung weiblicher Unterwerfung
  • Golden Shower = das Urinieren auf jemanden zum Lustgewinn → Urophilie

H

  • Halsband = Halsbänder (aus Leder, Metall oder Latex) werden zumeist von → Bottoms als “Besitzsymbol” ihres Doms getragen
  • Hard-Limits = Limits die für denjenigen/diejenige, der/die sie formuliert, beinahe schon ein Tabu sind. Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen
  • Hogtie = Position beim Bondage, bei der der Bottom auf dem Bauch liegt und seine Hand- und Fußgelenke hinterrücks zusammengebunden werden. Die gefesselten Hand- und Fußgelenke werden ebenfalls miteinander verbunden. Je kürzer diese Verbindung, desto weiter hebt sich der Oberkörper an. Zusätzlich können Oberarme oder Knie zusammengebunden werden

I

  • Injektion = eine Praktik im Rahmen von → Klinikerotik; das Einspritzen von (sterilen) Flüssigkeiten z.B. Kochsalzlösung mit einer Spritze und einer Nadel (Kanüle) in den Körper; man unterscheidet subkutane (unter die Haut), intramuskuläre (ins Muskelgewebe) und intravenöse (in die Vene) Injektionen; medizinische Kenntnisse sind Voraussetzung

J

  • Japan-Bondage = (auch: Shibari); kunstvolle Fesselung aus ästhetischen Gründen, sie dient nur nachrangig zur Immobilisierung des Bottom; in Japan selbst spricht man von “Kinbaku”.

K

  • Klinikerotik = (auch: Klinikspiele, weißes BDSM, Doktorspiele); eine sexuelle Praktik mit Bezügen zu ärztlichen Untersuchungen oder Krankenhausaufenthalten, zumeist in Form eines Rollenspiels aus Arzt und Patient
  • Knebel = Gegenstand zum Einführen in den Mund des → Subs, um ihn am Sprechen zu hindern; besonders beliebt ist der Ballknebel (auch: Ball Gag), der aus einem Ball aus Gummi mit 2 Riemen besteht, die hinter dem Kopf verbunden werden, wobei sich der Ball im Mund befindet

L

  • Lack, Leder, Latex = beliebte Materialien im BDSM → Fetisch

M

  • Masochismus = die Lust am Schmerz und am Gequältwerden; nach dem unfreiwilligen Namensgeber Leopold von Sacher-Masoch
  • Mommy-Kink = ähnlich wie der Daddy-Kink. Im Rollenspiel hat die Mommy (dominanter Part) die Rolle der mütterlichen und fürsorglichen Frau
  • Mumifizierung = Form des → Bondage, bei der der ganze Körper oder einzelne Körperteile mit geeignetem Material umwickelt werden, um die Bewegungsfreiheit des Sub einzuschränken, z.B. mit Frischhaltefolie

N

  • Nadelrad = (auch: Wartenbergrad; Pinwheel); ein medizinisches Instrument, das im → BDSM als Spielzeug verwendet wird, es besteht aus einem Griff mit einem kleinen Rad mit Spitzen an den Enden, das mit leichtem Druck über die Haut gerollt wird
  • Natursekt = Urin
  • Neunschwänzige Katze = eine mehrsträngige Peitsche mit geflochtenen Enden → Flogger

O

  • Objektifizierung = das Behandeln des Subs als Objekt im Rahmen einer Erziehungsmaßnahme z.B. als Möbelstück
  • O-Ring (Ring der O) = Symbol aus der → “Geschichte der O”; ein eiserner Ring, in den mittels einer aufgesetzten Kugel ein weiterer kleiner Ring eingelassen ist; Erkennungszeichen in der BDSM-Szene

P

  • Paddle = flaches Schlagwerkzeug aus Leder oder Holz
  • Pegging = eine sexuelle Praktik, bei der ein Mann von einer Frau mittels eines Strap-ons anal penetriert wird
  • Petplay = erotisches Rollenspiel, bei dem der Sub in die Rolle eines Tieres schlüpft, sich entsprechend verhält und so behandelt wird; besonders häufig: Ponyplay, Dogplay & Pigplay
  • Primal Play = beim Primal Play geht es um rohe Emotionen. Kratzen, Beißen, Knurren, es geht um einen ganz primitiven Lusttrieb und es kann deshalb auch etwas grober zugehen.
  • Primal Dom = auch Predator (zu dt. Raubtier) ist der dominante Part beim Primal Play. Der/Die Dom „jagt“ seine Beute für gewöhnlich und versucht sie zu unterwerfen.
  • Primal Sub = auch Primal Prey (prey zu dt. Beute) genannt, ist der devote Part beim Primal Play. Der/Die Prey darf sich in dieser Art Machtgefälle natürlich auch wehren.

Q

  • Queening = (auch: Facesitting); bezeichnet eine Sexpraktik, bei der ein Partner sein Geschlechtsteil auf dem Gesicht des anderen platziert, um sich oral stimulieren zu lassen

R

  • Rigger = Fesselkünstler; der aktiv fesselnde Part beim Bondage
  • Ropemarks = Die Abdrücke des Seils auf der Haut nach dem Bondage.

S

  • Sadismus = Befriedigung und Lustempfinden durch Quälen und Demütigen anderer; Sadismus ist benannt nach dem französischen Adligen Marquis de Sade; das Gegenteil ist der → Masochismus
  • Safeword = der vereinbarte Code für den Abbruch einer BDSM-Handlung
  • Session = (auch: Spiel); bezeichnet die Zeitspanne, in der BDSM-Praktiken ausgeübt werden
  • Slowword = Sonderform des → Safewords mit dem der Bottom nicht anzeigt, dass das Spiel abgebrochen werden soll, sondern dass der Top es langsamer oder sanfter angehen soll; häufig praktiziert in Form des →  Ampelsystems
  • Soft-Limits = Grenzen, die vielleicht in der Zukunft mit zunehmendem Vertrauen und Übung überschritten werden dürfen
  • Spanking = jemanden den Hintern mit bloßer Hand oder Hilfsmitteln wie → Paddle etc. versohlen
  • Safe, sane and consensual (SSC) = BDSM-Grundregel; sicher, mit klarem Verstand und in gegenseitigem Einverständnis
  • Sub (Submissive) = Bottom; der devote (unterwürfige) Partner, der freiwillig einen bestimmten Teil seiner Selbstbestimmung während einer Session zum Lustgewinn aufgibt
  • Suspension Bondage = Hängebondage; Bondage, bei der der Bottom freischwebend waagerecht, senkrecht, mit dem Kopf nach unten oder oben an einem Fesselgeschirr aufgehängt wird
  • Switch, Switcher = jemand, der sich bei BDSM-Praktiken nicht auf eine Rolle festlegen möchte, sondern zwischen Dom und Sub wechselt

T

  • Tease and denial (T&D) = engl. für erregen und verweigern; sexuelle Praktik, um die Erregung zu steigern, ohne jedoch einen Orgasmus zu erreichen
  • Temperaturspiel = während einer → Session werden Toys und Accessoires für zusätzliche Reize genutzt, die stark von der Körpertemperatur des Bottoms abweichen z.B. Eiswürfel oder → Wachs
  • Total Power Exchange (TPE) = engl. für totaler Machtaustausch; ein BDSM-Partnerschaftskonzept mit ständiger Präsenz des Machtgefälles auch in nicht-sexuellen Lebensbereichen, z.B. Beruf, Familie, Finanzen; es gibt keine Abgrenzung zwischen → Session und dem realen Leben
  • Tunnelspiele = Spiele, die einmal begonnen nicht mehr abgebrochen werden können, z.B. Verabreichen von Potenzmitteln, Einreiben mit brennenden (Thermo-)Cremes, Ingwer oder ätherischen Ölen, Verwendung von Nesseln → Urtikation

U

  • Urtikation = (auch: Flämmen oder Nettling); das Peitschen mit Brennesseln um einen kräftigen Hautreiz zu erzielen → Tunnelspiel
  • Urophilie = (auch: Undinismus); die sexuelle Vorliebe für Urin

V

  • Vanillas = Menschen, die Sex ohne BDSM-Elemente praktizieren

W

  • Wachs = im Rahmen eines → Temperaturspiels wird heißes, flüssiges Wachs auf den Körper getropft
  • Watersports = engl. für Spiele mit Urin → Golden Shower, Natursekt

X

  • X-Stellung = (auch: Spread Eagle); Position beim Bondage, in der der Bottom auf dem Rücken oder Bauch liegend mit weit gespreizten Armen und Beinen an den Bettpfosten oder anderen vier separaten Punkten gefesselt wird, z. B. an einem Andreaskreuz

Y

  • Y-Stellung = der → Bottom wird mit zusammengebundenen Armen und weit gespreizten Beinen über Kopf aufgehängt, wobei die Y-Form entsteht und z.B, die Genitalien gut zugänglich sind

Z

  • Züchtigung = Bestrafung durch Zufügung von körperlichen Schmerzen → Spanking

 

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