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Sex per Kalendereintrag - ein Erfahrungsbericht

Flaute im Bett. Eiszeit. Schlimmer als bei den Mammuts. Okay ich übertreibe, aber ihr spürt den Vibe. 

Mein Mann und ich hatten auch eine solche Phase. Da war unsere Tochter knapp ein Jahr alt und ich war frisch schwanger mit unserem zweiten Baby.
Uns fiel zu Beginn des zweiten Trimesters auf, dass das letzte Mal, als wir Sex hatten, das jene Mal war, in dem wir unser Baby zeugten. Wait what?!

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Ja, genau. Wir hatten also mehrere Monate keinen Sex mehr. Irgendwann waren wir so gefrustet, wir wussten, dass wir etwas ändern mussten. Wir wussten, dass diese sexuelle Frustration unserer Beziehung schadet. Nicht nur als Paar, der Frust schwappte auch über in unser Familienleben.
Wenn man sich als Paar besonders lange kennt oder bereits Kinder zusammen hat, kommt es häufig vor, dass die sexuelle Anziehung (etwas) schwindet. Es ist ja nicht so, dass man sich nicht liebt. Meist, liebt man sich noch mehr als am Anfang.

Doch das Kribbeln ist weg. Man kennt sich in- und auswendig. Die Berührungsabläufe sind schon fast mechanisch. Automatisiert und an Langeweile nicht zu überbieten.

Oftmals, macht Selbstbefriedigung mehr Spaß. Wir wissen, was wir mögen und mit zwei drei Handgriffen kommen wir zum Orgasmus. Easy peasy! Das ist total schön und wertvoll. Docht hilft es der Paarbeziehung nicht wirklich, wenn jeder sich selber befriedigt und niemand das unbequeme Thema anspricht.
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Was hilft in einer solchen Situation?

Wir schnappten irgendwo die Idee auf, dass man Sex im Kalender eintragen kann und dann sogenannte Sex Dates hat. Zuerst, war das eine komische Idee, wir waren so neugierig (und ein bisschen verzweifelt), dass wir es trotzdem versuchen wollten! Ich war etwas skeptisch, weil ich dachte, dass so die ganze Spontanität verloren geht. Mein Mann meinte, dass wir es nicht schaffen regelmäßig spontanen Sex zu haben, und die Sex-Dates vielleicht eine gute Möglichkeit wären um Spontanität in einem festen Rahmen zu setzen. Ich mochte die Idee ganz gut.
Also terminierten wir für einen Monat, jeweils ein Mal in der Woche ein Sex-Date. Das erste Mal war so seltsam wie nie. Es fühlte sich an als wären wir totale Anfänger und wüssten nicht, was wir tun (haha wussten wir wahrscheinlich auch nicht mehr). Beim zweiten Mal waren wir schon ein wenig gelöster - die weiteren beiden Male waren bereits - naja, nennen wir es auf hohem Niveau.

Etwas unbeholfen hatten wir also unsere ersten Sex-Dates und zogen danach ein Fazit: so schlecht war es eigentlich gar nicht. Wir merkten, wie die Lust genauso gut kam, wenn wir uns darauf einstellten. Wir wussten, was uns erwartet, konnten vorab kommunizieren, was wir ausprobieren wollten und das nahm schon eine geballte Ladung Druck von unseren Schultern. Wir konnten uns richtig darauf einlassen, einstimmen, neues ausprobieren, den anderen überraschen.
Wieder in die physische Verbindung mit meinem Mann zu kommen führte dazu, dass wir uns wieder näher kamen und sogar öfter Sex außerhalb unserer Sex-Dates hatten. Das war ein gelungener Nebeneffekt der Sex-Dates.

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Wie also kann man sich so ein Sex-Date vorstellen und was sollte man beachten?
  • Schritt eins: Findet einen Termin oder mehrere Termine, die euch beiden passen und an dem ihr beide ganz ungestört für 30 oder 60 oder auch 90 Minuten ungestört sein könnt. Wenn ihr Kids habt, sind 30 Minuten vielleicht realistischer :-). Es gibt Paare, die beginnen mit einem festen Sex Date pro Woche und steigern dann. Da könnt ihr ganz entspannt schauen, was für euch am besten passt.
  • Schritt zwei: Kommuniziert offen! Das ist so ein wichtiger Punkt und ich kann es nicht genug oft erwähnen. Spricht miteinander über das Experiment und schaut, was für euch Beide passt. Vielleicht braucht ihr zuerst kürzere Dates in denen ihr euch einfach küsst, um überhaupt wieder eine Verbindung aufzubauen oder aber ihr möchtet gerne schon bei 90 Minuten Oralverkehr einsteigen - UP TO YOU!
  • Schritt drei: Lasst euch gehen und treiben. Vielleicht werdet ihr aufs Mal kreativer während euren Sex Dates und ihr plant bewusste Toy Zeiten ein und entdeckt so vielleicht neue Vorlieben. Bleibt immer im Austausch miteinander und offen.
  • Schritt vier: Gebt euch eine einmonatige Testphase (sozusagen eine 30-Day Challenge, wenn es euch motiviert) und schaut wie es euch gefällt und wie es für euch passt. Wenn es passt, könnt ihr es weiterführen. Ansonsten könnt ihr auch jeder Zeit Änderungen und Anpassungen vornehmen.

  • Schritt fünf: Beobachtet, wie sich eure Paarbeziehung durch das Experiment verändert. Wie verändert sich eure Intimität? Kommt ihr euch näher? Habt ihr die Lust am Paar-Sex wieder entdeckt? Wie wirkt sich der regelmäßige Sex auf euren Alltag aus?
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Wichtig ist, dass ihr euch jederzeit während des gesamten Prozesses wohlfühlt und mit eurem Partner im Austausch seid. Es kann eine wunderbare Bereicherung sein, wenn man sich auf strukturierte Art und Weise wieder näher kommt und die Lust am Partner wieder entdeckt und aufflammen lässt. Bei uns hat es auf jeden Fall sehr gut geklappt und dank dieses Experiments haben wir viel über Sex gesprochen.
Für uns ist dieser Prozess wie eine Art Emergency Plan. Wenn wir merken, dass wir den Sex in unserer Beziehung wieder etwas vernachlässigen dann gehen wir wieder zurück zum Prozess und fixen klare Sex Dates. Meist pendelt sich nach ein bis zwei Sex Dates alles wieder ein und wir haben regelmäßigen Sex.
Dieser Artikel ist entstanden in Kooperation mit Sefora Cuoco - mehr Infos zu ihrer Arbeit gibt es hier: www.cosites.ch

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